PNOG - Die Pflegereform darf kein PNOGchio-Gesetz werden
Update vom 27.10.2026:
M+M Das Pflegeteam beteiligt sich am 12.11.2026 in Stuttgart am Protest gegen das Pflegeneuordnungsgesetz
Pflegeneuordnungsgesetz: Mitarbeitende aus Haßmersheim und Osterburken setzen ein Zeichen für die ambulante Pflege
Die M+M Das Pflegeteam GmbH nimmt am Donnerstag, 12. November 2026, an der Kundgebung gegen das geplante Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) in Stuttgart teil. Mit einer bundesweiten Protesttour ruft der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) Pflegeeinrichtungen, Mitarbeitende, Pflegebedürftige und Angehörige auf, sich gemeinsam für eine verlässliche ambulante Versorgung starkzumachen.
Als Mitglied im bpa folgt M+M Das Pflegeteam diesem Aufruf. Wir sind überzeugt: Wer Pflege zu Hause ernst nimmt, muss die Strukturen schützen, die heute schon funktionieren.
Bewährte Versorgung darf nicht aufs Spiel gesetzt werden
Im Gesetzgebungsverfahren wurde bereits nachgebessert. Aus unserer Sicht bleiben jedoch erhebliche Risiken für die ambulante Pflege. Drei Punkte sind uns besonders wichtig:
- Ambulante Pflege- und Entlastungsangebote erhalten: Mit dem geplanten Sozialraumbudget könnten bestehende Leistungen und Angebote zur Unterstützung im Alltag eingeschränkt werden. Dass zugelassene Pflegedienste von Leistungen des Sozialraumbudgets ausgeschlossen werden sollen, halten wir für einen schweren Fehler, gerade weil wir diese Unterstützung heute schon verlässlich erbringen.
- Persönliche Pflegeberatung sichern: Die Beratung durch ambulante Pflegedienste ist für viele Familien der erste und wichtigste Anlaufpunkt. Sie muss bei der Neuordnung der Pflegeberatung erhalten bleiben und verbindlich eingebunden werden.
- Personalkosten fair refinanzieren: Gute Pflege braucht gut bezahlte Pflegekräfte. Die dafür notwendigen Kosten müssen allerdings für alle Einrichtungen gerecht und auskömmlich refinanziert werden.
Seine Forderungen hat der bpa in einem kompakten Positionspapier zusammengefasst: Zum Positionspapier des bpa
Es geht um Menschen – nicht nur um Paragrafen
Die geplanten Änderungen betreffen weit mehr als die wirtschaftliche Lage ambulanter Dienste. Fallen Angebote zur Unterstützung im Alltag weg oder sind sie für Pflegebedürftige nicht mehr wie gewohnt erreichbar, entstehen Lücken in der Versorgung. Angehörige müssten dann zusätzliche Aufgaben schultern. Zugleich stehen Arbeitsplätze in Hauswirtschaft, Betreuung und Pflege auf dem Spiel – auch hier bei uns im Neckar-Odenwald-Kreis.
Was das für Familien im Alltag bedeutet
Hinter jeder Leistung, die jetzt zur Diskussion steht, stehen konkrete Menschen: die ältere Dame, die dank regelmäßiger Hilfe im Haushalt weiter in ihrer eigenen Wohnung leben kann. Der pflegende Sohn, der durch die stundenweise Betreuung seines Vaters Beruf und Pflege unter einen Hut bekommt. Das Ehepaar, das in der Pflegeberatung zum ersten Mal erfährt, welche Unterstützung ihm überhaupt zusteht.
Für viele dieser Menschen sind wir seit Jahren vertraute Ansprechpartner. Genau diese Nähe und Verlässlichkeit dürfen durch die Reform nicht verloren gehen.
Seien Sie dabei!
Am 12. November 2026 gehen Pflegeeinrichtungen und ihre Mitarbeitenden in Stuttgart für bessere Rahmenbedingungen in der ambulanten Pflege auf die Straße. Die vom bpa organisierte Kundgebung beginnt voraussichtlich um 10:00 Uhr; der genaue Treffpunkt wird noch bekanntgegeben. Patientinnen, Patienten und Angehörige sind herzlich eingeladen, sich anzuschließen und ihre Anliegen sichtbar zu machen. M+M Das Pflegeteam ist mit Mitarbeitenden aus Haßmersheim und Osterburken vor Ort.
Unsere Haltung ist eindeutig: Eine Reform darf funktionierende Versorgungsstrukturen nicht schwächen. Wir wollen eine Reform, die die ambulante Pflege stärkt, und keine, die bewährte Angebote und Arbeitsplätze gefährdet.
Weitere Informationen zur Kundgebung und zur Teilnahme von M+M Das Pflegeteam folgen in Kürze.
Die Pflegereform darf kein PNOGchio-Gesetz werden
Der Entwurf zum Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) widerspricht zentralen politischen Ankündigungen. Statt die Pflege zukunftsfest aufzustellen, drohen neue Belastungen für Pflegebedürftige, Dienste, Einrichtungen und Mitarbeitende. Damit aus dem PNOG keine Mogelpackung wird, braucht es deutliche Nachbesserungen:
Gehälter in Tarifhöhe für alle Träger refinanzieren. Träger egal welcher Couleur, die auf Tarifniveau bezahlen, dürfen gegenüber tarifgebundenen Trägern nicht schlechtergestellt werden. Eine Ungleichbehandlung wäre gesetzlich organisierte Wettbewerbsverzerrung.
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Ambulante Angebote sichern. Pflegedienste brauchen verlässliche Rahmenbedingungen für ihre Angebote. Einschränkungen wie u.a. bei Verhinderungspflege und Tagespflege bringen die häusliche Versorgung in unnötige Turbulenzen.
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Bewährte Pflege-Beratungsstrukturen erhalten. Pflegeberatung muss nah an der Praxis bleiben. Erfolgreich aufgebaute Strukturen dürfen nicht zerschlagen und Fachkräfte nicht aus der Versorgung abgezogen werden.
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Personalmangel wirksam bekämpfen. Der Entwurf ignoriert die größte Herausforderung der Pflege. Die Kompetenzvermutung für internationale Pflegekräfte muss endlich kommen.
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Jetzt nachbessern – bevor aus dem PNOG ein PNOGchio-Gesetz wird. Alle Infos, Forderungen und Argumente auf www.pnogchio.de.
Quelle: bpa (Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.)
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